Gesamtschulische Weiterbildung
Wie verändert künstliche Intelligenz unseren Zugang zu Wissen? Und wie kann Schule auf eine zunehmend komplexe Welt reagieren und die Lernenden entsprechend vorbereiten? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die gesamtschulische Weiterbildung der KSSO am 18. September 2026.
Den Auftakt machte Guido Berger, Historiker, Journalist und Leiter der SRF Digitalredaktion. In seinem Referat zu “KI und die Fragmentierung der Wahrheit” nahm er die Auswirkungen der künstlichen Intelligenz auf Gesellschaft und Politik in den Blick. Durch Digitalisierung und soziale Medien sei es heute einfacher denn je, Inhalte zu produzieren und zu verbreiten. Gleichzeitig verliere die Prüfung von Inhalten auf ihre Authentizität durch sogenannte Gatekeeper wie Journalistinnen und Journalisten an Bedeutung oder werde durch die schiere Menge an Daten zunehmend verunmöglicht. Damit verschiebe sich auch die Verantwortung: Jede und jeder Einzelne müsse selbst kritisch einordnen können, inwiefern Inhalte plausibel oder manipuliert seien – eine enorme Herausforderung. Umso wichtiger sei es, dass die Schule Schülerinnen und Schüler dazu befähige, Informationen kritisch zu hinterfragen, Quellen zu prüfen, unterschiedliche Perspektiven einzuordnen und einen reflektierten Umgang mit KI zu entwickeln.
Für die Mitarbeitenden der Dienste wurde der Einsatz von KI auch praktisch vertieft: In einem Workshop erprobten sie konkrete Anwendungsmöglichkeiten für den Büroalltag. Parallel dazu richtete sich der Blick der Lehrpersonen auf eine Entwicklung, die den Schulalltag ab Sommer 2027 stärker prägen wird: die Interdisziplinarität. Prof. Dr. Dr. Marc Eyer von der PH Bern zeigte auf, weshalb die Vernetzung verschiedener Fachperspektiven an Bedeutung gewinne. Dabei gehe es nicht darum, den Fachunterricht aufzulösen, sondern Fachwissen miteinander in Beziehung zu setzen und dadurch den Lernenden neue Perspektiven auf komplexe Fragestellungen zu ermöglichen. Damit rückte erneut die Frage ins Zentrum, wie Schule auf eine zunehmend komplexe Welt vorbereiten kann: Neben einem fundierten Fachwissen soll auch die Fähigkeit stärker gefördert werden, Zusammenhänge herzustellen, Perspektiven zu wechseln und Wissen über Fachgrenzen hinweg zu verknüpfen.
Am Nachmittag standen unterschiedliche Aspekte der Weiterentwicklung der KSSO im Zentrum. Die Mitarbeitenden der Dienste befassten sich mit der KSSO als Lern- und Ausbildungsort, insbesondere mit den Ausbildungsmöglichkeiten für KV- und Betriebsunterhaltslernende sowie der Gestaltung des nationalen Zukunftstags. Die Lehrpersonen widmeten sich währenddessen den anstehenden Vorbereitungen für den ab Sommer 2027 geltenden neuen Lehrplan “GymSO27”. Sie sammelten zudem erste Rückmeldungen zum neuen Standort Sternengasse und beschäftigten sich mit der Umsetzung interdisziplinärer Projekte.
Die Weiterbildung verband damit gesellschaftliche Entwicklungen, pädagogische Fragen und konkrete Schritte im Schulalltag – und zeigte: Veränderung beginnt dort, wo wir sie gemeinsam gestalten.
Foto: Eveline Schönberg