ELMA-Modell

Ein neues Lehrangebot, das auf das Leben vorbereitet.

Es gibt an der Kantonsschule Solothurn ein neues Unterrichtsangebot (August 2020), das sogenannte ELMA-Modell.  ELMA steht für «Eigenständiges Lernen mit Anleitung». Das bedeutet, dass diese Klassen in den Vorzug eines besonders hohen Anteils an begleitetem selbstorganisiertem Lernen kommen. Schülerinnen und Schüler planen, steuern und überprüfen innerhalb vorgegebener Rahmenbedingungen ihr Lernen selbständig und werden dabei von ihren Lehrpersonen unterstützt.

Das bereits preisgekrönte ELMA-Modell zielt darauf, unsere Schüler und Schülerinnen während des Gymnasiums zu mehr Eigenverantwortung zu erziehen, sie dahin zu begleiten und sie im Lernprozess zu unterstützen.

Warum das ELMA-Modell Zukunft hat?

Selbständigkeit, Eigenverantwortung und Organisation sind wichtige Faktoren für ein erfolgreiches Studium. In den abgebenden Schulen wurden unsere Schülerinnen und Schüler bereits mit diesen Kompetenzen vertraut gemacht. Unser ELMA-Modell nimmt diese von Beginn an auf und entwickelt sie gezielt weiter.
Der 2. Preis beim LEARNAward der Ecole polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL) im Mai 2019 und die wissenschaftliche Begleitung durch die Universität Zürich zeigen ausserdem das Interesse der Hochschulen an diesen Klassen.

Der Abschluss und das Ziel des ELMA-Modells

Die Schülerinnen und Schüler der ELMA-Klassen absolvieren die gleichen Maturaprüfungen wie die Kolleginnen und Kollegen in den anderen Klassen. ELMA-Klassen unterscheiden sich nur in ihrem Weg zum Erreichen dieses Abschlusses.
Schülerinnen und Schüler des ELMA-Modells erwerben jedoch zusätzlich Kompetenzen im Zeitmanagement, der Planung und Teamfähigkeit.

Vorteile und Eckpunkte des ELMA-Modells

  • In den ELMA-Klassen wird das Jahr in sechs Phasen unterteilt.
  • In diesen Phasen werden nur die Hälfte der Fächer, diese aber umso intensiver unterrichtet.
  • Analog zur Universität werden Lern- und Prüfungsphasen getrennt.
  • Der Stundenplan erlaubt mehr Freiräume zum selbständigen und flexiblen Einteilen der Arbeiten.
  • Die ELMA-Klassen haben zusätzliche Projektwochen (Förderung von Projektarbeit und Interdisziplinarität).
  • Schülerinnen und Schüler der ELMA-Klassen erhalten eine individuelle, persönliche Lernbegleitung (ILB), die sie regelmässig während der vier Jahre berät und betreut.
  • Die Schülerinnen und Schüler der ELMA-Klassen verfügen über ein eigenes Klassenzimmer mit Ablagefläche für ihre Materialien.
  • Das Mitbringen der eigenen elektronischen Geräte (Bring Your Own Device, BYOD-Obligatorium) gehört bei den ELMA-Klassen von Beginn an dazu.

Die Modelle und Lernformen an der KSSO

Wir unterscheiden drei Formen des Lernens.

  • Angeleitetes Lernen (AL): Traditioneller, klassischer Unterricht: Fachlehrperson und Schülerinnen und Schüler sind alle präsent und widmen sich demselben Thema.
  • Begleitetes selbstorganisiertes Lernen (BSL): Fachlehrpersonen und Schülerinnen und Schüler sind anwesend, aber sie arbeiten selbständig an unterschiedlichen Aufgabenstellungen.
  • Eigenständiges Lernen (EL): Hausaufgaben werden auf ein Minimum reduziert. Hierfür stehen Zeit und Raum an der Schule zur Verfügung, um die Aufgabenstellungen selbständig zu bewältigen. Die Schülerinnen und Schüler bestimmen über ihre Präsenz und teilen ihre Zeit selber ein. Die Fachlehrpersonen stehen den Schülerinnen und Schülern zur Verfügung. Die zeitlichen Freiräume dienen auch den Treffen mit der individuellen Lernbegleitung.

Ergänzend erhält jeder Schüler / jede Schülerin eine Lehrperson als individuelle Lernbegleitung (ILB) über die vier Jahre. Gemeinsam werden in regelmässigen Treffen Zeitmanagement und Erfolge evaluiert.

An wen richtet sich das Angebot?

Für die Aufnahme in die ELMA-Klassen gibt es grundsätzlich keine Einschränkungen. Angesprochen sind Jugendliche, die Interesse am selbständigen Arbeiten haben, selber mitbestimmen und ihre eigenen schulischen Interessen verfolgen wollen.
Der Regierungsrat der Kantons Solothurn hat die Führung von maximal drei Klassen mit diesem neuen und innovativen Modell bewilligt. Bei zu grosser Anmeldezahl entscheidet die Schulleitung über die Aufnahme.