Schreibwettbewerb
"Traumhafte" Texte aus jungen Federn – Schreibwettbewerb an der Kantonsschule Solothurn
Am 12. März fand an unserer Schule der fünfte schulinterne Schreibwettbewerb statt. Unter dem diesjährigen Motto “Traumhaft” präsentierten Schülerinnen und Schüler ihre literarischen Texte vor Publikum. Insgesamt wurden sechs Preisträgerinnen und Preisträger in zwei Kategorien ausgezeichnet. Die Beiträge reichten von poetischen Gedichten über Poetry-Slam-Texte bis hin zu symbolisch verdichteten Kurzgeschichten und zeigten eindrücklich die kreative Vielfalt junger Autorinnen und Autoren.
Bereits in der Begrüssung wurde deutlich, worum es bei dem Wettbewerb ging: Literatur beginne oft mit etwas Kleinem – einem Gedanken, einem Bild oder einer Frage. Aus solchen Momenten entständen Worte und daraus wiederum Texte, die berühren oder zum Nachdenken anregen. Genau dies spiegelten die eingereichten Arbeiten wider.
Das Stichwort “Traumhaft” erwies sich dabei als überraschend vielschichtig. Manche Texte erzählten von glücklichen Augenblicken oder von Erinnerungen, die festgehalten werden möchten, manche führten in imaginative Traumwelten oder beschrieben Momente innerer Freiheit. Wieder andere brachen das Wort bewusst und zeigten, dass hinter Träumen auch Zweifel, Ängste oder gesellschaftliche Fragen stehen können. Die Jury zeigte sich beeindruckt von dieser Vielfalt und betonte die Kreativität und sprachliche Sensibilität der jungen Schreibenden.
Der Wettbewerb war in zwei Kategorien eingeteilt. In der ersten Kategorie nahmen Schülerinnen und Schüler der 1. und 2. Sek P, der 1. MAR sowie der 1. FMS teil. Die zweite Kategorie umfasste die Klassen der 2. bis 4. MAR, die 2. und 3. FMS sowie die Fachmaturität. Damit traten unterschiedliche Altersstufen und Ausbildungsrichtungen miteinander in einen literarischen Dialog.
In der ersten Kategorie belegte Mia Hubler (W25c) den dritten Platz mit ihrem Gedicht “Traumhaft”. Der Text beschäftigt sich mit dem Übergang von der Kindheit zum Erwachsenwerden und verbindet persönliche Erinnerungen mit allgemein nachvollziehbaren Lebenserfahrungen. Besonders hervorgehoben wurde die ruhige, reflektierte Sprache und die poetischen Bilder, die Themen wie Hoffnung, Familie und persönliche Entwicklung aufgreifen.
Der zweite Platz ging an Lena Miccardi (L25a) für ihren Poetry-Slam-Text “Marmeladenglas”. Darin wird ein alltäglicher Gegenstand zur Metapher für Erinnerungen und Gefühle. Das Marmeladenglas steht sinnbildlich für den Wunsch, glückliche Momente festhalten zu können. Die Jury würdigte vor allem die emotionale Ehrlichkeit und die eindrückliche Bildkraft des Textes.
Den ersten Platz der Kategorie gewann Oskar Schäfer (P25a) mit der Kurzgeschichte “Der Mann, der gegen den Sand anlief". In einer symbolisch aufgeladenen Wüstenlandschaft schildert der Text den existenziellen Kampf eines Mannes, der sich letztlich als innerer Weg zwischen Leben und Tod entpuppt. Besonders gelobt wurden die dichte Atmosphäre und die starke Bildsprache.
Auch in der zweiten Kategorie überzeugten die Beiträge durch literarische Reife. Den dritten Platz erhielt Nivetha Nagabala (F23b) mit dem Gedicht “Traum-Haft”, das durch die Aufspaltung des Wortes “traumhaft” einen inneren Konflikt zwischen Sehnsucht nach Freiheit und innerer Begrenzung sichtbar macht.
Yuna Bühler (M22a) erreichte mit ihrem Text “Die Musik” den zweiten Platz. Darin wird das Hören von Musik zu einer sinnlichen Erfahrung, die in eindrucksvollen Bildern beschrieben wird. Klang, Bewegung und Emotion verschmelzen zu einer poetischen Reise.
Der erste Preis der zweiten Kategorie ging an Lana Markov (N23b) für ihr Gedicht “Traumhafte Realität”. In klarer, eindringlicher Sprache thematisiert der Text den Gegensatz zwischen der Sehnsucht nach Frieden und der brutalen Wirklichkeit des Krieges. Starke Metaphern und eine reflektierte Haltung überzeugten die Jury.
Fünf der sechs ausgezeichneten Autorinnen und Autoren präsentierten ihre Texte selbst auf der Bühne. Die Preisverleihung und Laudatio übernahm Elvira Schneider. Zwischen den Lesungen sorgte Jan Schneider mit Klavierstücken für musikalische Zwischenspiele. Die Gewinnerinnen und Gewinner erhielten Büchergutscheine im Wert von 100, 70 beziehungsweise 50 Franken, gesponsert von der Buchhandlung Lüthy, Balmer und Stocker.
Zum Abschluss betonten die Organisatoren, dass nicht nur die ausgezeichneten Texte, sondern alle eingereichten Beiträge Anerkennung verdienen. Schreiben erfordere Mut und Kreativität – und vielleicht sei dieser Wettbewerb für manche Teilnehmende erst der Anfang eines längeren literarischen Weges.
Foto: Anita Bieri