Aktuell

Erstes Aulakonzert "Liebeslieder": Von ewiger Liebe bis heimlichen Gefühlen

  • 11.05.2026

"Weil Musik dort weiterhilft, wo Sprache versagt" – kaum ein Satz hätte den Liederabend "Liebeslieder" am 11. Mai treffender zusammenfassen können. Die Sopranistin Stephanie Bühlmann und der Pianist Benjamin Engeli gestalteten am ersten Aulakonzert der Kantonsschule Solothurn ein fein abgestimmtes Programm, das die vielen Facetten der Liebe beleuchtete – innig, sehnsüchtig, verspielt und voller leiser Zwischentöne.

Bereits die drei Lieder von Johannes Brahms – "Liebestreu", "Wir wandelten" und "Von ewiger Liebe" – eröffneten unterschiedliche Blickwinkel auf die Liebe. Während "Wir wandelten" wie eine ferne Erinnerung wirkte und zugleich eine Ahnung von Vergänglichkeit in sich trug, stellte "Von ewiger Liebe" die Frage nach dem, was wirklich Bestand hat. Die beiden Musizierenden verstanden es dabei, die emotionalen Stimmungen der Werke unmittelbar erfahrbar zu machen.

Besonders eindrücklich war auch der Block mit Liedern des Solothurner Komponisten Richard Flury. In "Flieder" schien der Duft der Erinnerung plötzlich wieder ganz nahe, während "Er liebt mich" zwischen Unsicherheit, Hoffnung und Verlangen schwebte. Die sorgfältig zusammengestellten Liedfolgen liessen die einzelnen Werke miteinander in Beziehung treten und machten den Abend zugleich besonders kurzweilig.

Im letzten Teil mit Vertonungen von Texten Josef Reinharts rückte die Musik nochmals näher an das Publikum heran – nicht zuletzt durch den Solothurner Dialekt. Ohne grosse Worte erzählten die Lieder von (heimlichen) Gefühlen, Nähe und Verbundenheit. Die Liebe wurde hier nicht erklärt, sondern war einfach da. So führte das Konzert von den grossen, zeitlosen Ideen der Liebe hin zu etwas ganz Persönlichem – ein Gedanke, der auch in Stephanie Bühlmanns abschliessendem Wunsch nachklang, "ein bisschen Liebe mit nach Hause" mitzunehmen.

Wir danken den beiden Musizierenden herzlich für ihren berührenden Auftritt bei uns an der Schule!